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Matinee
"Koti-ikävä Berliiniin - Heimweh nach Berlin"
Marja Rumpunen ja Marjorita Huldén luovat C.L. Engelin kotitunnelmia kirjeistä lukien ja ajan musiikilla.
Marja Rumpunen und Marjorita Huldén versetzen uns durch Lesung aus Briefen von C.L. Engel und mit zeitgenössischer Musik ins Milieu des 19. Jahrhunderts zuhause bei Engels
Am Sonntag / sunnuntaina 22.1.2011 klo 17.30-19.00, G18, Yrjönkatu 18
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In memoria
Rainer Domisch
Am 16.8.2011 verstarb in Helsinki infolge einer schweren Krankheit opetusneuvos Rainer Domisch, der auch langjähriges Beiratsmitglied der Aue-Stiftung war.
Rainer Domisch wurde am 6.12.1945 in Sulzdorf (Schwäbisch Hall) geboren. Nachdem er 1969 sein zweites Staatsexamen als Lehrer abgelegt hatte, unterrichtete er in seiner Heimatstadt Deutsch und Englisch. Er wirkte in seinem Bundesland ebenfalls an der Gestaltung der Lehrpläne und bei der Lehrerausbildung mit.
Zusammen mit seiner finnischen Ehefrau und seiner Familie kam Rainer Domisch 1979 nach Finnland, wo er als von der Bundesrepublik entsandter Lehrer von 1979 bis 1989 an der Deutschen Schule in Helsinki tätig war. In dieser Zeit lernte er den finnischen Schulalltag kennen, machte das deutsche Sprachdiplom auch finnischen Deutschlehrer bekannt und initiierte eine Zusammenarbeit, die eine seiner zentralen Lebensaufgaben werden sollte.
Nach zwei Arbeitsjahren in Deutschland kehrte die Familie Domisch erneut nach Finnland zurück, und Rainer Domisch nahm die Tätigkeit als Fachberater für deutsche Sprache im Goethe-Institut auf. Von 1994 bis 2009 war sein Arbeitsplatz das finnische Zentralamt für Unterrichtswesen, wo er anfangs ebenfalls als Fachberater für deutsche Sprache und später als opetusneuvos tätig war. Er war aktiv an dem 1996 begonnenen Projekt zur Verbesserung des Fremdsprachenunterrichts beteiligt, welches zum Ziel hatte, den Fremdsprachenunterricht für Schüler der finnischen Unter-, Mittel- und Oberstufe sowie in berufsbildenden Schulen vielseitiger zu gestalten. Er bildete Deutschlehrer in ganz Finnland aus und machte unterschiedlichstes Informationsmaterial aus seinem schier unerschöpflichen Vorrat verfügbar.
Als die ersten, für Finnland exzellenten Ergebnisse des PISA-Tests veröffentlicht wurden, begannen mitteleuropäische und vor allem deutsche Lehrer und andere Fachkräfte des Schulwesens in einem nicht abreißen wollenden Strom das Unterrichtsministerium zu besuchen, um das finnische Schulsystem kennen zu lernen. Rainer Domischs Aufgabe war es nun, diese Gäste zu empfangen, was einen immer größeren Teil seiner Arbeitszeit beanspruchte. Durch ihn bekamen unzählige Delegationen einen ersten Einblick in das finnische Schulwesen, denn aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung kannte Rainer Domisch die finnische Bildungspolitik sowie die finnischen Schulen und deren Deutschlehrer vom Süden bis in den hohen Norden aufs gründlichste. Er war auch zutiefst davon überzeugt, dass eine für alle gleiche Grundausbildung und das Anbieten von Unterstützung für diejenigen, die sie brauchen, die wichtigste Botschaft war, die die Gäste aus Finnland in ihre Heimatländer tragen konnten.
Aufgrund seines Fachwissens wurde Rainer Domisch ein sehr bekannter schulpolitischer Impulsgeber, Diskussionspartner und Referent in den verschiedenen deutschen Bundesländern, in Österreich und der Schweiz. Er war viele Jahre in einer Arbeitsgruppe des österreichischen Bildungsministeriums beschäftigt, an deutschen Fachkomitees für Erziehung und Schule in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin beteiligt, und er trat sogar als parteiloser Kandidat zur Wahl des hessischen Bildungsministers an.
Rainer Domisch war ein Brückenbauer zwischen der finnischen und der deutschen Kultur. Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung im finnischen Schulwesen vertrat er in Deutschland ein sehr positives Bild von Finnland, und in Finnland hatte er Einfluss auf die Stellung der deutschen Sprache und Kultur. Bis zuletzt beteiligte er sich rege an den Aktivitäten der Deutschen Schule in Helsinki, der Deutschen Bibliothek und der Aue-Stiftung. Sofort nach seiner Ankunft in Finnland engagierte er sich leidenschaftlich für die mittlerweile schon traditionellen Freundschaftsveranstaltungen der Städtepartnerschaft zwischen Schwäbisch Hall und Lappeenranta. Für seine Verdienste wurde Rainer Domisch 2001 der Orden des Löwen von Finnland verliehen.
Er wurde nicht müde, sich für einen guten Fremdsprachenunterricht und eine vielseitige Auswahl an Fremdsprachen auszusprechen und wies schon früh beispielsweise auf die Möglichkeiten der Sprachschulen hin, ihr Fachwissen als Spezialisten des Fremdsprachenunterrichts in ebendiesen mit einzubringen.
Rainer Domisch war, wie es sich für einen echten Schwaben gehört, ein wahrer Fachmann seines Berufes. Mit seiner unglaublich positiven, optimistischen Wesensart begeisterte und motivierte er alle um sich herum, und er war ein gern gesehener Gast und Referent in Schulen und Seminaren. Als Kollege wurde Rainer Domisch von allen wegen seiner Warmherzigkeit, seines Einfühlungsvermögens und seinem Sinn für Gemeinschaft sehr geschätzt.
Trotz seiner schweren Krankheit schrieb Rainer Domisch seine Unterrichtsphilosophie unter dem Titel ?Niemand wird zurückgelassen. Eine Schule für alle? nieder. Im Titel dieses Buches, das posthum erscheinen wird, kristallisiert sich der Kerngedanke seiner Lehrarbeit heraus: Zu lernen ist das Grundrecht eines jeden und muss deshalb persönlich und nach Kräften unterstützt werden.
Tarja Aurell, Jorma Heimonen, Kristiina Ikonen und Anna-Kaisa Mustaparta
Die Autoren sind Freunde und Kollegen aus der Deutschen Schule Helsinki und dem Zentralamt für Unterrichtswesen
Aktuelles
Die Publikation der Beiträge des
8. Snellman-Seminar der Aue-Stiftung im finnischen Jubiläumsjahr 2009
zum Thema
Autonomie ? Hoffnungsschimmer oder Illusion?
Europäische Autonomien in Geschichte und Gegenwart
Ein Seminar zum 200. Jubiläum der Autonomie Finnlands
mit Fachleute der Disziplinen Geschichte und Politikwissenschaft aus Finnland, den deutschsprachigen Ländern, Polen und Ländern Nordosteuropas, Politiker, Diplomaten
ist in Vorbereitung. Das Erscheinen ist für 2011 geplant.
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