Aue-Symposium 2025: Krise – Wahrnehmungen, Entscheidungen und Handeln im interkulturellen Vergleich zwischen Deutschland und Finnland

Am 6.11.2025, ab 18:30 Uhr

im Kuppelsaal der Finnischen Nationalbibliothek (Unioninkatu 36, Helsinki)

Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme bis zum 28.10. unter diesem Link: Anmeldung

Diese Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Die Teilnahme steht allen offen und ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich.

In der öffentlichen Diskussion in Deutschland lässt sich ein inflationärer Gebrauch des Begriffs Krise beobachten; zunehmend ist sogar von einer „Dauerkrise“ die Rede. In Finnland dagegen scheint die Wahrnehmung einer Situation als „kritisch“ besonders außergewöhnlichen Ereignissen vorbehalten zu sein. Atem- und endlose Krisendebatten auf der einen, eine Mentalität des „Keep calm and carry on“ auf der anderen Seite: Entspricht diese vereinfachende Gegenüberstellung tatsächlich der Sachlage oder müssen solche althergebrachten Denkmuster hinterfragt werden? Welche Schlussfolgerungen erlaubt der Vergleich der Wahrnehmung und Darstellung von Krisen in der öffentlichen Meinung und rhetorischen Bildern? Was lässt sich in diesem Zusammenhang über politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse, politische Legitimität und tatsächliches Handeln in kritischen Situationen vor dem Hintergrund einer zunehmend komplexen und multilateralen geopolitischen Situation sagen? Diese und weitere Fragen werden zwei Expertinnen auf dem Gebiet der Politikwissenschaft und der internationalen Beziehungen aus Deutschland und Finnland diskutieren. Das Format des moderierten Dialogs mit kurzen Impulsen zu Beginn verspricht dabei eine kompetente, intensive und gut strukturierte Debatte.

Panelistinnen:

Prof. Dr. Margit Bussmann, Universität Greifswald

Foto: Wally Pruss

Margit Bussmann hat seit 2010 den Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Regionalstudien an der Universität Greifswald inne. Nach dem Master (1997) und der Promotion (2001) an der Universität von Alabama habilitierte sie sich 2009 an der Universität Konstanz. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit den Ursprüngen, Konsequenzen und Dynamiken nationaler und internationaler bewaffneter Konflikte, Gewalt gegen die Zivilbevölkerung und der Wiederherstellung von Stabilität nach Konflikten sowie den Beziehungen zwischen der Globalisierung der Wirtschaft, der Entwicklung und den unterschiedlichen Dimensionen sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit. Zur Zeit forscht sie verstärkt zur Sicherheitsarchitektur des Ostseeraums und der Wahrnehmung Deutschlands innerhalb der Region. Sie leitet den Forschungsbereich Internationale Beziehungen und Sicherheit am Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum der Universität Greifswald. Zuletzt publizierte sie Presidential Popularity and International Crises: An Assessment of the Rally-‘Round-the-Flag Effect in Russia in Post-Soviet Affairs (2024, mit Natalia Iost), ‘Canada is a big deal here’: The eFP battlegroup and host nation public opinion in International Journal (2024, mit Andris Banka) und Uncomfortable neighbors: NATO, Russia and the shifting logic of military exercises in the Baltics in Defence Studies (2023, mit Andris Banka).

Assoc.-Prof. Dr. Johanna Vuorelma, Universität Helsinki

Foto: Linda Tammisto

Nach dem Abschluss ihres Masterstudiums am University College London (2008) promovierte Johanna Vuorelma 2017 in Politologie und International Studies an der Universität Warwick. Sie forscht derzeit am Centre for European Studies der Universität Helsinki und ist Associate Professor für Politologie an der Universität Turku. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit politischem Sprachgebrauch, Legitimität und Autorität in der Politik sowie Vertrauen und Misstrauen in der internationalen Politik, unter anderem in zwei von der finnischen Kone-Stiftung geförderten Forschungsprojekten zu Ironie in der internationalen Politik und den Zusammenhängen zwischen Militarismus und Demokratie in Finnland. Zuletzt publizierte sie unter anderem Irony in International Politics (Edinburgh University Press 2024) und Narrative Traditions in International Politics (Palgrave Macmillan 2022). 2020 erhielt sie vom Finnischen Verband für Wissenschaftspublikation gemeinsam mit anderen Forschenden den Preis für das beste Wissenschaftsbuch des Jahres.

Moderator:

Dr. Benjamin Schweitzer

Benjamin Schweitzer studierte Musik in Dresden und Helsinki sowie Linguistik mit dem Schwerpunkt Fennistik in Greifswald und Tartu. Derzeit forscht er an einem Projekt zum finnischen Avantgarde-Diskurs (gefördert von der finnischen Kone-Stiftung) und arbeitet als Übersetzer, Dozent, Moderator und Komponist.

In Kooperation mit: