{"id":2624,"date":"2024-03-15T12:37:06","date_gmt":"2024-03-15T10:37:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.aue-stiftung.org\/?post_type=blog-post&#038;p=2624"},"modified":"2024-04-23T08:56:13","modified_gmt":"2024-04-23T05:56:13","slug":"luise-lieflander-leskinen-margarethe-aue-von-riga-uber-moskau-kokand-und-tallinn-nach-helsinki","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/www.aue-stiftung.org\/en\/blog\/luise-lieflander-leskinen-margarethe-aue-von-riga-uber-moskau-kokand-und-tallinn-nach-helsinki\/","title":{"rendered":"Luise Liefl\u00e4nder-Leskinen: Margarethe Aue \u2013 von Riga \u00fcber Moskau, Kokand und Tallinn nach Helsinki (1\/2)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geschichte einer Kosmopolitin vor hundert Jahren\u2026 Teil 1<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"352\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.aue-stiftung.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Margarethe_Aue-kansi.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2506\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><em>Kindheit und Jugend<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Margarethe Aue (geb. von Rascha) war die Mutter des Begr\u00fcnders der Aue \u2013 Stiftung, Theodor Aue. Sie wurde 1886 in \u201eMajorenhof am Rigaschen Strande\u201c, d.h. bei Riga in Lettland geboren als Tochter des Fabrikanten Theodor von Rascha und seiner Frau Sophie (geb.Zwerner). Sie hatte eine vier Jahre \u00e4ltere Schwester, Ellinor. Beide M\u00e4dchen besuchten zun\u00e4chst eine deutsche Schule in Riga. \u201eWir besuchten die private deutsche M\u00e4dchenschule von Frl. Emma Reinsch.\u201c (S.71)<\/p>\n\n\n\n<p>Schon als Neunj\u00e4hrige aber zog Margarethe mit ihrer Familie zur\u00fcck nach Moskau, von wo die Eltern seinerzeit gekommen waren. Der Vater hatte noch viele Freunde und gesch\u00e4ftliche Verbindungen hier. \u201eUnser Umzug nach Moskau vollzog sich im Jahre 1895, ein Jahr nach der Kr\u00f6nung von Nikolai II. Mama zog f\u00fcrs erste mit uns zu einer Freundin, welche eine sehr gro\u00dfe Familie und darum auch sehr gro\u00dfe Wohnung hatte. Ihr Mann war Textiliengro\u00dfh\u00e4ndler.\u201c (S.72) Die Mutter suchte eine passende Schule f\u00fcr die M\u00e4dchen und w\u00e4hlte ein M\u00e4dchenprivatgymnasium. \u201eDie Schule war gro\u00df, hatte auch ein Internat und konnte sich ausgezeichnete Lehrer leisten.\u201c (S.72) Interessant ist, was Margarethe Aue in Bezug auf die vorherrschenden Sprachen und Sprachkenntnisse sagt: \u201eWegen unserer ungen\u00fcgenden Kenntnisse im Russischen kamen wir in niedrigere Klassen als in Riga, aber schon am Ende des ersten Jahres r\u00fcckten wir ganz nach oben in unseren respektiven Klassen.\u201c (S.72) Auch eine Wohnung ganz in der N\u00e4he der Schule fand die Familie bald. Einige Details in Bezug auf ihre Schule erw\u00e4hnt Margarethe noch, so dass man einen Eindruck vom \u201eh\u00f6fischen Moskau\u201c in der Zarenzeit bekommt. Der Name der Privatschule richtete sich immer nach der jeweiligen Vorsteherin \u2013 zun\u00e4chst Pussil \u2013 Schule, danach Mannsbach \u2013 Schule, denn Fr\u00e4ulein Felicie Mannsbach hatte die Schule \u00fcbernommen. Zum Schulgeb\u00e4ude und besonderen Ereignissen erz\u00e4hlt sie: \u201cDas Geb\u00e4ude war fr\u00fcher das Wohnhaus des F\u00fcrsten Galitsin gewesen und dieser F\u00fcrst Galitsin mit seiner F\u00fcrstin waren immer zugegen bei allen offiziellen Schulereignissen. Die F\u00fcrstin verteilte eigenh\u00e4ndig alle Belohnungen und Auszeichnungen. Zu dieser Feier wurde wochenlang vorher der \u201aHofknix\u2018 ge\u00fcbt, und zwar war der Tanzlehrer, der ihn den Sch\u00fclerinnen beibringen musste, Ballettmeister in der Gro\u00dfen Oper.\u201c (s.73)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vater von Margarethe war lange krank und starb 1907 und die M\u00e4dchen konnten die Schule nur auf Grund einer Erbschaft ihrer Tante Sofie beenden. Durch Nutznie\u00dfung der Zinsen bezahlte die Mutter die Schule nebst Klavierunterricht und die Wohnung f\u00fcr die Familie. Aber schon fr\u00fch verdienten die M\u00e4dchen selbst Geld.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst unterrichtete Margarethas Schwester Elly j\u00fcngere Sch\u00fcler und sp\u00e4ter auch Margarethe: \u201eElly hat in einer Familie Francke, deren drei M\u00e4dchen unsere Schule besuchten, jahrelang t\u00e4glich ihnen geholfen bis zum Schlussexamen. Frau Francke und ihre Schwestern waren Besitzerinnen einer Zellulose- und Papierfabrik in Okulovka auf der Strecke Petersburg \u2013 Moskau. Herr Francke, ein Amerikaner, war der Direktor der Fabrik. In dieser Familie in Okulovka war ich 2 Sommer \u201aSommerlehrerin\u2018, w\u00e4hrend Elli also langj\u00e4hrige \u201aWinterlehrerin\u2018 war.\u201c&nbsp; Eine Schweizerin, M:lle Louise Fatton, war Erzieherin der Kinder in Okulovka und brachte Elly und Margarethe in der franz\u00f6sischen Sprache viel bei. Margarethe beschreibt die Sommer in Okulovka als sehr sch\u00f6n und entspannend: \u201eDas Sommerleben in Okulovka war sehr angenehm: Man spielte Tennis, man fuhr auf die Jagd \u2013 Herr Francke war ein sehr guter Sch\u00fctze und auch der kleine Robik hatte schon ein Gewehr und schoss. Mehrere Engl\u00e4nder aus Moskau, welche \u00fcbrigens bahnbrechend waren im russischen Sport, verkehrten bei Franckes.\u201c (S.74)<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eine multikulturelle Gesellschaft, in der sich Margarethe Aue schon als junges M\u00e4dchen bewegt und das Beherrschen der sie umgebenden Sprachen, Deutsch als Muttersprache, daneben Russisch, Franz\u00f6sisch und auch Englisch ist eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit f\u00fcr sie. Bis zum Jahre 1915 arbeitet sie an der Schule von Felicie Mannsbach. \u201eIn der Schule arbeitete ich t\u00e4glich von 9 -2 in der Vorschule, dann ging ich zu meinen Privatstunden und mehrmals in der Woche abends besuchte ich Kurse, erst Rechtslehre, Psychologie, Methodik des Rechenunterrichts, dann, als ich anfing, mich f\u00fcr den Unterricht geistig behinderter Kinder zu interessieren, besuchte ich Spezialkurse, unter anderem rhythmischer Gymnastik.\u201c (S.76)<\/p>\n\n\n\n<p>Als der erste Weltkrieg ausbricht, am 3. August 1914, ist Margarethe mit ihrer Mutter in Karlsbad in \u00d6sterreich, bei einer Kur f\u00fcr die Mutter. \u201cAn einem Sonntag, als in Karlsbad ein gro\u00dfes Rennen stattfand, verbreitete sich das Ger\u00fccht, dass der Kronprinz Ferdinand in Sarajevo ermordet worden sei. Das Rennen wurde abgebrochen, alle F\u00fcrstlichkeiten, Minister und hohen Beamten wurden nach Wien berufen und die Stimmung wurde unruhig. Sehr bald schon sah man in den Stra\u00dfen Umz\u00fcge von Leuten mit dem Bildnis des Kaisers, welche die Nationalhymne sangen.\u201c (S.15) Nach einer abenteuerlichen Zugreise \u00fcber Riga, wo Margarethes Schwester mit ihren T\u00f6chtern Ferien gemacht hatte, gelangen sie schlie\u00dflich wieder zur\u00fcck nach Moskau, \u201enach Hause\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Verlobung und Hochzeit mit Max Aue<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber seine Schwester Christine Aue, die Freundin und Klassenkameradin von Elly gewesen war, hatte Margarethe schon fr\u00fcher Max Aue, einen der Br\u00fcder kennengelernt und verlobt sich nun mit ihm. Max Aue leitet in Kokand, in Turkestan, die Firma Simunek, die Maschinen f\u00fcr die Baumwollindustrie herstellt. F\u00fcr Margarethe steht also eine gro\u00dfe Ver\u00e4nderung bevor, die Umsiedlung von Europa nach Asien. Ihre Mutter k\u00fcmmert sich um die Aussteuer und den M\u00f6belversand nach Kokand und reist mit zur Hochzeit: \u201eMeine Mutter begleitete mich nach Turkestan. Ich nahm Abschied von meiner lieben Schule, in der ich selbst gelernt hatte, von meinen netten Kindern und von meiner geliebten Schulvorsteherin, Fr\u00e4ulein Felicie Mannsbach, die zuerst meine Lehrerin gewesen war und dann nicht nur meine Vorgesetzte, sondern meine m\u00fctterliche Freundin.\u201c (S.16) Margarethe macht sich unerschrocken auf die Reise in eine ganz neue Welt, der sie mit Offenheit entgegensieht: \u201e(\u2026) und als der Zug nun zu rollen begann, immer weiter und weiter nach Osten, hatte ich das deutliche Gef\u00fchl, dass das alte Leben allm\u00e4hlich versank und vor mir, ganz weit im Osten, ein neues ganz unbekanntes meiner wartete.\u201c ( S.17) Sie beschreibt ihre Reise in die Weiten der asiatischen Landschaften, die f\u00fcnf Tage dauerte, &nbsp;genau. Sie scheint die lange Zugfahrt zu genie\u00dfen und ist begeistert von der exotischen Natur:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnsere Reise ging von Moskau \u00fcber Rjasan, Samara (jetzt Kuibyshev), Uralsk, Perowsk, Aktjubinsk, Kazalinsk, Aralsee, Taschkent. Vor Taschkent fuhren wir durch Kasachstan, welches gr\u00f6\u00dftenteils aus W\u00fcste besteht. Da wir April hatten, war die W\u00fcste noch nicht ganz ausgebrannt und die gr\u00fcnen Grasfl\u00e4chen in den Oasen waren \u00fcbers\u00e4t von rotem Mohn. Der Himmel war tiefblau und die Luft von einer besonderen Klarheit. Hin und wieder zeichnete sich am Horizont eine Kamelkarawane ab, die langsam \u00fcber die vom Wind gebildeteten Sandwellen dahinschritt.\u201c (S.19) In einer evangelischen Kirche in Taschkent findet am 30.April 1915 die Hochzeit statt, ein baltendeutscher Pastor traut das Paar. Margarethe schildert ihre Eindr\u00fccke so:&nbsp; \u201eIch muss gestehen, dass ich von seiner Predigt nicht viel erfasste, denn ich war so fasziniert von den Schwalben, die um den Altar kreisten, und von dem Rosenteppich der von der Eingangst\u00fcr bis zum Altar f\u00fchrte. In Taschkent stehen die Rosen im April in voller Bl\u00fcte. Nach der Trauung wurde im Hause j\u00fcdischer Freunde meines Mannes gefeiert (sie waren aber getauft), mit viel Erdbeeren, die im April schon reif sind in Turkestan, und mit viel Champagner, der in Turkestan hergestellt wird, weil die verschiedensten Sorten Weintrauben dort reifen.\u201c (S.19)<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Leben und Gesellschaft in Turkestan<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Am Abend des 30. April beginnt die Hochzeitsreise des Paares nach Samarkand, das ca. 12 Stunden entfernt ist und Margarethe beschreibt sie als eine Reise wie aus \u201eTausend und einer Nacht\u201c.&nbsp; Sie ist fasziniert von der fruchtbaren Landschaft und den pr\u00e4chtigen Pal\u00e4sten und Moscheen in Samarkand und beschreibt die besondere Atmosph\u00e4re, die auch durch das Fehlen von Frauen im \u00f6ffentlichen Raum gekennzeichnet ist: \u201cAuf dem Registan, dem gro\u00dfen Platz zwischen den Moscheen, sahen wir einen M\u00e4rchenerz\u00e4hler, umgeben von einer Menge interessierter Zuh\u00f6rer in Hockstellung, nat\u00fcrlich nur M\u00e4nner. Frauen durften sich damals nicht zeigen. Auf der Stra\u00dfe trugen sie einen mantelartigen \u00dcberwurf mit einem schwarzen, aus Rosshaar geflochtenen Schleier vor dem Gesicht. Wenn sie von ihrem Vater an ihren zuk\u00fcnftigen Mann verkauft wurden f\u00fcr so und so viel Reis, Mehl, Schafe, so durfte der Mann seine Zuk\u00fcnftige vor der Eheschlie\u00dfung nicht sehen.\u201c (S.25)<\/p>\n\n\n\n<p>Margarethe nimmt deutlich Stellung hinsichtlich dieser Sitten und der Rolle der Frau:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Befreiung der Frau in Turkestan durch die Sowjetregierung war eine Tat von ganz gro\u00dfer Bedeutung. Jetzt tragen sie nicht nur ihr Gesicht offen, sondern sie lernen und studieren und wenn sie begabt sind, k\u00f6nnen sie alles werden. Es gibt zahlreiche Schauspielerinnen, T\u00e4nzerinnen, Beamtinnen und im Jahre 1973 haben meine S\u00f6hne sogar einen weiblichen Dirigenten erlebt.\u201c (S. 25)<\/p>\n\n\n\n<p>Von Samarkand aus reisen sie nach einigen Tagen weiter nach Kokand im Ferghanatal, dem Zentrum der Baumwollzucht. Diese Stadt soll nun Margarethes neue Heimat werden, aber bevor sie endg\u00fcltig ihr neues Haus beziehen, geht es noch f\u00fcr ein paar Wochen in die Berge nach Arslan-Bob. Sie fahren zun\u00e4chst mit der Bahn nach Andischan, dem Endpunkt der Turkestaner Bahn. Dann geht es weiter mit Pferdewagen hoch in die Berge, aber die Hitze und starke Steigung zwingen sie unterwegs Station zu machen: \u201eAuch waren wir gezwungen, in einem \u201aKischlak\u2018 (Dorf) zu \u00fcbernachten, und zwar in einer \u201aTschai-Chana\u2018 (Teehaus). Unten sa\u00dfen die M\u00e4nner mit Samowar und gr\u00fcnem Tee, wir aber kletterten eine Leiter hinauf in einen offenen Raum. Auf dem Lehmboden waren dicke, wattierte Decken ausgebreitet. Auf denen schliefen wir und guckten durch die T\u00fcr\u00f6ffnung in den dunklen s\u00fcdlichen Sternenhimmel.\u201c (S.27) Margarethe beschreibt die zauberhafte Berglandschaft mit ihren zahlreichen Pistazienstr\u00e4uchern und gro\u00dfen Walnussb\u00e4umen, sowie verschiedensten anderen B\u00e4umen. Ihr Mann sorgt auf die hier angemessene Weise f\u00fcr Unterkunft und Verpflegung: \u201eMein Mann kaufte unterwegs ein Pferd und mietete einen Kirgisen als Koch. Das war notwendig, denn da oben gab es ja keinerlei Verkaufsstellen und der Kirgise musste in die D\u00f6rfer reiten und Brot, Milch, Eier, Schaffleisch usw. kaufen. Wir hatten Tee, Kaffee, Graupen, Zucker usw. mit uns, auch einiges Geschirr. Eine Kirgisen-Familie brachte auf einem Ochsen ein gro\u00dfes Kirgisen-Zelt herbei, welches unter einem riesigen Walnussbaum von den Kirgisinnen aufgestellt wurde.\u201c (S.27)<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Kirgisen-Zelt, das aus Koschma (Filz aus Pferdehaar und Schafwolle) hergestellt ist, schlafen sie mit offenem Dach und bewundern den sternenbes\u00e4ten, dunklen s\u00fcdlichen Himmel. Es gibt auch viele Bienen hier und russische Imker und einmal \u00fcbernachten sie sogar im Heuschober eines Imkers. Margarethe lernt jetzt Reiten auf dem R\u00fccken eines kirgisischen Pferdes: \u201eIch hatte fr\u00fcher niemals geritten, aber nun wurde ich aufs Pferd gesetzt, nat\u00fcrlich Herrensattel, und musste reiten. Trab, Galopp, \u00dcbergang von einem zum anderen, und das machte mir riesigen Spa\u00df. Mein Mann hatte ein zweites Pferd gekauft und wir machten herrliche Ausfl\u00fcge zu Pferde. Die kirgisischen Pferde sind sehr geschickt im Klettern und sehr vorsichtig und man kann sich ihnen ruhig anvertrauen. Die Natur war wundervoll, es gab Wiesen mit hohen wei\u00dfen Malven bes\u00e4t, es gab Quellen mit kristallklarem Wasser und zahlreiche Gebirgsb\u00e4che, und hoch oben im blauen Himmel kreisten die Adler.\u201c (S.28)<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die fast paradiesisch sch\u00f6ne Zeit hat bald ein Ende, sie m\u00fcssen zur\u00fcckkehren in die \u201edumpfe Luft im Tale\u201c, in der es Margarethe zun\u00e4chst scheint, dass sie dort nicht existieren k\u00f6nne \u201eaber wenn man muss, dann geht es.\u201c (S.28) Zudem wird am 15. August ihr Mann einberufen, als fr\u00fcherer ausl\u00e4ndischer Untertan wird er allerdings nicht in die aktive Armee, sondern in die Landwehr eingereiht. (S.29) Er wird zur Bewachung eines gro\u00dfen Lagers in Kokand eingeteilt. Die Situation wird von Margarethe so dargestellt: \u201cDie Deutschen wurden ja nach Sibirien geschickt. Wir bekamen sp\u00e4ter viele Skorbut-kranke Gefangene, die am Bau der Murmansk-Bahn gearbeitet hatten und dort durch die ausschlie\u00dfliche Fleischnahrung an Skorbut erkrankt waren. In Turkestan bekamen sie ausschlie\u00dflich vegetarische Ern\u00e4hrung und wurden auch gesund.\u201c (S.29)<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Familie Aue bekommt Nachwuchs<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch sonst stehen einige Ver\u00e4nderungen bevor: \u201cIch hatte schon l\u00e4ngst die Gewissheit, dass ich im M\u00e4rz Mutter werden w\u00fcrde und wir beschlossen, eine gr\u00f6\u00dfere Wohnung ohne Treppe zu mieten. Unsere neue Wohnung hatte vier gro\u00dfe Zimmer, Badezimmer, K\u00fcche und ein Zimmer f\u00fcr die Hausangestellte.\u201c (S.29) Als gr\u00f6\u00dftes Problem beim Umzug erweist sich der Fl\u00fcgel, der schlie\u00dflich von zw\u00f6lf Sarten erst durch die staubigen Stra\u00dfen und schlie\u00dflich durch die Verandat\u00fcr ins Haus gebracht wird. Nun kann auch Margarethes Mutter ein eigenes Zimmer angeboten werden und sie zieht von Archangelsk \u00fcber Moskau nach Kokand zur Familie Aue. Weihnachten und Silvester 1915\/16 feiern die Aues noch ganz vergn\u00fcgt mit Freunden, aber die Zeiten werden immer unsicherer und auch \u00dcberf\u00e4lle auf Wohnungen kommen schon vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Theodor Aue wird am 15. M\u00e4rz 1916 geboren und die Umst\u00e4nde seiner Geburt beschreibt Margarethe so: \u201eEine Frauenklinik kam nicht in Frage, das wurde zu Hause abgemacht und am 14. M\u00e4rz um 10 Uhr abends ging mein Mann die Hebamme holen. An diesem Abend tobte ein w\u00fctenden \u201aBuran\u2018. Dieser Wind erreicht eine besondere St\u00e4rke, weil er aus einer Richtung kommt, in der er sich durch eine Bergenge durchzw\u00e4ngt. Der Boden in Ferghana besteht zum Teil aus dem fruchtbaren Loss, in dem die Baumwolle so gut gedeiht, und wenn der trocken ist, so bildet er einen ganz feinen Staub, der in Nase, Augen und Ohren dringt. Mein Mann musste die Hebamme kr\u00e4ftig st\u00fctzen, damit sie gegen den Sturm ankam, aber sie kamen wohlbehalten an. Sp\u00e4ter kam auch meine \u00c4rztin, Frau Pistol, und die beiden Frauen mussten viel Geduld aufbringen &#8211; von 10 Uhr abends am 14. M\u00e4rz bis 18 Uhr am 15.M\u00e4rz. Da war der sehr stattliche Weltb\u00fcrger endlich da und wir waren alle froh.\u201c (S.30) Es ist typisch f\u00fcr Margarethe, dass sie sich zwar um die Geduld der anderen Sorgen macht, aber ihr eigenes Leiden bei einer so langen Geburt gar nicht erw\u00e4hnt, sondern nur sagt, dass alle froh waren, als das Kind endlich geboren war.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u201eProblem des Sommers\u201c, wie sie es nennt, kommt nun als N\u00e4chstes auf sie zu, denn in Turkestan sterben viele Kleinkinder an Darmerkrankungen, die wegen der gro\u00dfen Hitze auftreten. Also geht es in k\u00fchlere Gegenden, Richtung Moskau. \u201eDas waren nun wieder vier Tage und f\u00fcnf N\u00e4chte (Reise), aber wir kamen gesund an. Aues hatten in dem Sommer eine Villa in Tsaritzino gemietet, das ist ein natursch\u00f6ner Ort, nicht weit von Moskau, mit einem gro\u00dfen Teich und mit einem alten Palast, den Katharina die Zweite f\u00fcr ihren G\u00fcnstling Potjomkin hatte erbauen lassen.\u201c (S.30) Der kleine Theodor entwickelt sich gut, er wird gegen die Pocken geimpft und die Taufe findet nun statt, und zwar durch einen reformierten Pastor. Auch Max Aue reist zu dieser Feier an, aber muss gleich wieder zur\u00fcck nach Kokand. Als der Herbst naht, f\u00e4hrt Margarethe mit dem Kind wieder zu ihrem Mann und l\u00e4sst schweren Herzens ihre Mutter in Moskau zur\u00fcck. In Kokand wird nun eine W\u00e4rterin f\u00fcr das Kind, eine \u201eNjanja\u201c engagiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Politisch unruhige Zeiten<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als 1917 der Zar abdankt, sagt diese Njanja: \u201eWie wird denn der K\u00f6rper ohne Kopf leben?\u201c (S.31) \u00dcberhaupt werden die Zeiten immer unruhiger, die russischen Soldaten desertieren in Mengen, ein Staatsminister l\u00f6st den n\u00e4chsten ab in Petersburg. \u201eDann wurde Lenin im plombierten Wagen von den Deutschen durchgelassen nach Russland und gr\u00fcndeten den Rat der Arbeiter, Bauern und Soldaten.\u201c (S. 32) Auch in Turkestan kommt die neue Regierung langsam an die Macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Firma Simunek verkauft alle Maschinen und -teile, die Inflation steigt st\u00e4ndig. Also beschlie\u00dft Max Aue, ein Haus zu kaufen am Rande der Stadt, das allerdings noch einige Umbauarbeiten erfordert. Das \u201eProblem des Sommers\u201c wird diesmal dadurch gel\u00f6st, dass die Familie ein Sommerhaus in der Bergstadt Osch mietet. In Kokand war eine Masernepidemie ausgebrochen mit Lungenkomplikationen und davor soll der kleine Theodor bewahrt werden. Er erkrankt jedoch gleich am zweiten Tag, nachdem die Familie in Osch angekommen ist und nur mit M\u00fche und durch gro\u00dfen Einsatz der Haus\u00e4rztin Frau Pistol kann der Kleine gerettet werden. Im Herbst zieht die Familie wieder nach Kokand und jetzt kommt auch Margarethes Mutter endg\u00fcltig aus Moskau, da die Situation dort untragbar geworden ist, man musste u.a. stundenlang Schlangestehen, um etwas Essbares zu bekommen. Im Sp\u00e4therbst ist das neue Haus bezugsfertig und ein \u00f6sterreichisches Paar, Ida und Jacob Reuter, das aus dem Lager entlassen worden war, hilft beim Umzug und dann auch bei der Betreuung der zwei K\u00fche, die die Familie besitzt. F\u00fcr die Selbstversorgung sind diese Tiere unerl\u00e4sslich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Widersacher der Sowjetregierung hatten eine sog. \u201cAutonome Regierung\u201c in Turkestan gebildet, aber schon bald wird klar, dass deren Anh\u00e4nger verfolgt werden und fliehen m\u00fcssen. Dazu geh\u00f6rt z.B. der junge Pletzer aus Taschkent, in dessen Elternhaus die Aues ihre Hochzeit gefeiert hatten, und er reist mit seiner Frau Anfang 1918 nach Sibirien. Margarethe erz\u00e4hlt: \u201eDieses Sylvester 1917\/18 haben wir noch ganz vergn\u00fcgt gefeiert mit ihnen (Pletzers) und anderen Freunden. ich hatte den Eindruck, dass alle vergessen wollten, was uns umgab und was uns bevorstand und einfach fr\u00f6hlich sein wollten. Die junge Frau Pletzer spielte und sang sibirische Tschastuschki (Volkslieder) und Herr Sanftleben, dessen Familie mit uns in Osch gewesen war, f\u00fchrte eine Polonaise an durch unsere neuen Zimmer.\u201c (S.34)<\/p>\n\n\n\n<p>Dramatischer wird es, als Herr Siegel, ein anderer Bekannter der Familie, verschwinden muss. Er war zuvor zum Finanzminister der Autonomen Regierung gew\u00e4hlt worden und wird nun von den Sowjets gesucht. \u201eEr spazierte mit seiner Frau ganz gem\u00e4chlich zu uns, die Frau ging bald nach Hause, denn sie hatte ihre alten Eltern und ein gro\u00dfes Haus mit vielen Dienstboten. Er blieb erstmal \u00fcber Nacht bei uns, aber als am n\u00e4chsten Vormittag berittenes Milit\u00e4r vor unserem Hause erschien, verstanden wir, dass seines Bleibens hier nicht l\u00e4nger war. Mein Mann ging zu den Berittenen hinaus, um ihnen zu sagen, dass kein Siegel da sei, und dieser verschwand durch die K\u00fcche, \u00fcber Nachbargrundst\u00fccke zu Bekannten.\u201c (S.34) Die Familie Siegel gelangt schlie\u00dflich nach Moskau und zog nach dem Kriege nach Berlin, wo Herr Siegel erfolgreich arbeitete und wieder Hausbesitzer wurde. Dennoch endet diese Geschichte tragisch: \u201eAber damals standen die deutschen Finanzen unter amerikanischer Kontrolle, und als durch ein Veto des amerikanischen Kommissars Herr Siegel wieder alles verlor, machte er seinem Leben ein Ende \u2013 er erschoss sich.\u201c (S.35)<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Einquartierungen, Haussuchungen, Gef\u00e4ngnis und Hungersnot<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es sind jetzt unruhige Zeiten auch f\u00fcr die Familie Aue, sie bekommen den ersten Zwangsmieter, einen \u00f6sterreichischen Offizier: \u201eEr hie\u00df Adam Semkiv und stammte aus der \u00f6sterreichischen Ukraine. Er war griechisch-orthodox, aber sogenannter Uniate &#8211; die Uniaten erkennen den Papst als Oberhaupt der Kirche an.\u201c (s.35)<\/p>\n\n\n\n<p>Verm\u00f6gende B\u00fcrger des Landes werden festgesetzt: \u201eDann erfolgte die erste Arretierung der \u201aBurschui\u2018 \u2013 Kaufleute, Landbesitzer, Direktoren usw. Man wollte Geld von ihnen haben, viel Geld. Sie wurden nicht ins Gef\u00e4ngnis gesetzt, sondern in irgendeiner Beh\u00f6rde mit gro\u00dfen R\u00e4umen untergebracht aber die Bewachung war ganz human. Viele weigerten sich erst zu zahlen \u2013 ich glaube das Minimum, das man zahlen musste, waren 10000 Rubel, aber dann beschlossen sie doch, sich freizukaufen, und als sie gezahlt hatten, wurden sie freigelassen und hatten f\u00fcrs Erste Ruhe.\u201c (S.35) Auch wirtschaftlich geht es sehr schlecht in Turkestan, denn es kann jetzt kein Weizen aus Russland importiert werden, da die Bahnverbindung abgebrochen ist. Die Wirtschaft in Turkestan aber war aufgebaut auf Baumwollanbau. Im Fr\u00fchjahr 1918 beginnt eine gro\u00dfe Hungersnot in Turkestan. \u201eIn unserem Stadtteil organisierten die Haubesitzer eine F\u00fctterung der Hungernden in unserem Kischlak. Es wurde ein Riesenkessel aufgestellt, in welchem die billigeren Teile des Kuhk\u00f6rpers gekocht wurden, mit Zwiebeln und Dschugara (eine Riesenhirse). Die Dorfbewohner stellten sich auf an einem Seil entlang und dann wurden die Schalen gef\u00fcllt. Diese F\u00fctterung wurde fortgesetzt, bis die s\u00fc\u00dfen Aprikosen und die mehligen Maulbeeren reiften, dann blieben die Hungernden von selbst weg.\u201c (S.35)<\/p>\n\n\n\n<p>Viele junge Leute, wie z.B. die Estin Ida mit ihrer Freundin, m\u00f6chten das Land verlassen, aber es geht nicht, weil die Zugverbindung nach Russland unterbrochen ist und eine Flucht \u00fcber Afghanistan den sicheren Tod bedeuten w\u00fcrde aufgrund der Unw\u00e4gbarkeit des Landes und seiner Gefahren. In Russland tobt der Kampf an vielen Fronten und in Turkestan versch\u00e4rfen sich die Auseinandersetzungen zwischen Sowjets und Muselm\u00e4nnern immer mehr, letztere bilden Kampftruppen, die sog. Basmatschi, die in Bergd\u00f6rfern wohnen und von dort ihre Angriffe starten. Auch Europ\u00e4er schlie\u00dfen sich ihnen an. Bei den Aues beginnen die ersten Haussuchungen, bei denen alle sichtbaren Sch\u00e4tze, wie z.B. das Silber auf der Tafel, mitgenommen werden. Die Nachbarn informieren sich gegenseitig, wenn Bolschewiken vor der T\u00fcr stehen, um Haussuchungen zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Margarethe Aue erwartet ihr zweites Kind und Alexander wird am 11.Juli 2018 geboren, als Max Aue gerade auf Patrouille ist, die der Selbstschutz organisiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Armenier, welche Christen waren und sich schlecht vertrugen mit den Mohammedanern, waren schwer bewaffnet und es kamen Zusammenst\u00f6\u00dfe vor. (\u2026)<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erinnere mich, dass wir eine Nacht buchst\u00e4blich auf unseren gepackten Sachen sa\u00dfen und auf ein Signal warteten, unser Heim zu verlassen und in die Reichsbank zu gehen. Wir taten es zum Gl\u00fcck nicht und blieben zu Hause. Viele, welche aus Kokand weggefahren waren, haben nichts mehr vorgefunden, als sie zur\u00fcckkamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele M\u00e4nner hatten eine Art Selbstschutz organisiert und patrouillierten in der Nacht zu zweit ihre Stra\u00dfe ab. So auch mein Mann. Es war Reuter, welcher sich ein Pferd und Wagen verschaffte und die Hebamme holte. (\u2026) Als mein Mann um ein Uhr nachts hereinkam, um zu sehen, wie es ging, war unser Schurik schon da.\u201c (S.37)<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Gesch\u00e4fte liegen darnieder, aber Max Aue hatte durch Vermittlung des alten Herrn Pletzer Treibriemen in Amerika bestellt, die in den Fabriken gebraucht wurden. Ein Teil kommt noch in Kokand an, aber ein Teil bleibt in Amerika und bildet mit den erzielten Dollars den Grundstock f\u00fcr die sp\u00e4tere Existenz der Aues im Westen. Christine Aue, die schon seit 1915 in Schweden lebt, dient hierbei als Vermittlerin. \u2013 Wegen der K\u00e4mpfe zwischen Roten und Wei\u00dfen und nach einem niedergeschlagenen Aufstand der Wei\u00dfen in Taschkent erfolgt ein Massenarrest und auch Max Aue wird gefangen genommen. \u201eViel erfuhren wir nicht, nur dass sie in Taschkent im Gef\u00e4ngnis waren. Es vergingen bange Tage, aber ganz unerwartet kamen sie eines Tages alle zur\u00fcck. Man hatte wohl eingesehen, dass man ihre Kenntnisse und Arbeitskraft brauchte. Sie waren im Gef\u00e4ngnis untergebracht gewesen, in einem gro\u00dfen, hei\u00dfen Saal. Wer da wollte, durfte drau\u00dfen arbeiten und das tat mein Mann, um an der Luft zu sein, wenn es auch hei\u00df war. Ich glaube, er s\u00e4gte und hackte Holz. Ich habe bis heute ein Couvert, auf welchem steht: Geld, das ich im Gef\u00e4ngnis verdient habe.\u201c (S.38)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Luise Liefl\u00e4nder-Leskinen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dr. phil. Luise Liefl\u00e4nder- Leskinen ist Germanistin mit langj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit als Dozentin f\u00fcr Deutsch an den finnischen Universit\u00e4ten Oulu, Turku und Ost-Finnland (Joensuu und Savonlinna). Seit 2014 ist sie Vorsitzende des Verbandes der finnisch-deutschen Vereine in Finnland.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Margarethe Aue &#8211; Lebenserinnerungen<\/em>, ed. Luise Liefl\u00e4nder Leskinen, ist in der Ver\u00f6ffentlichungsreihe der Aue-Stiftung im Jahr 2023 erschienen. Das Buch ist <a href=\"https:\/\/kirjakauppa.bod.fi\/margarethe-aue-9789527283172\">hier<\/a> zu kaufen und <a href=\"https:\/\/www.aue-stiftung.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/MargaretheAue-kirja29677.pdf\">hier<\/a> als pdf-Datei zu lesen.<\/p>\n","protected":false},"template":"","categories":[],"tags":[],"class_list":["post-2624","blog-post","type-blog-post","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Luise Liefl\u00e4nder-Leskinen: Margarethe Aue \u2013 von Riga \u00fcber Moskau, Kokand und Tallinn nach Helsinki (1\/2) &#183; Aue-Foundation<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.aue-stiftung.org\/en\/blog\/luise-lieflander-leskinen-margarethe-aue-von-riga-uber-moskau-kokand-und-tallinn-nach-helsinki\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Luise Liefl\u00e4nder-Leskinen: Margarethe Aue \u2013 von Riga \u00fcber Moskau, Kokand und Tallinn nach Helsinki (1\/2) &#183; Aue-Foundation\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Geschichte einer Kosmopolitin vor hundert Jahren\u2026 Teil 1 Kindheit und Jugend Margarethe Aue (geb. von Rascha) war die Mutter des Begr\u00fcnders der Aue \u2013 Stiftung, Theodor Aue. 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